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  • Schuppenkarpfen
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  • Kapitaler Flussbarsch auf Nymphe
  • Dreistacheliger Stichling - Geschützte Kleinfischart in Südtirol
  • Die Bachschmerle - heute sehr selten in Südtirol
  • Dohlenkrebs - die einzige heimische Flusskrebsart in Südtirol.
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  • Hochrückige Seeforelle
  • Traumhafte Marmorata aus der Etsch
  • Bachforelle - die dominante Fischart der Fließgewässer Südtirols in mittleren bis hohen Lagen.
  • Äsche - das kleine Maul und die spitz zulaufende Pupille weisen auf einen Kleintierfresser hin.

Mit spitzer Flosse: Der Flussbarsch

Flussbarsch auf Wobbler - die helle Körperzeichnung ist typisch für viele Bestände in Stauseen

Als Schwarmfisch mit meist großen Bestandsdichten macht der Flussbarsch oft schon früh Bekanntschaft mit dem Angler. An manchen Tagen gehen kleine und mittlere Exemplare derart arglos an die angebotenen Köder, dass der Barsch vielfach als 'lästiger' Beifang eingestuft wird. Zu Unrecht, denn der Flussbarsch gehört was seine Lebensweise angeht zu unseren interessantesten und facettenreichsten Fischen und zudem sind kapitale Exemplare anglerisch immer eine ausgesprochene Herausforderung.

Artenvielfalt und Verbreitung

Der Flussbarsch, Perca fluviatilis, gehört verwandtschaftlich zu den Barschartigen, einer Fischordnung von über 8.000 Arten, welche zu den höchstentwickelten Fischen überhaupt gehören. Das Gros aller Arten lebt im Meer und hat in diesem vielfältigen Lebensraum eine schier unglaubliche Anzahl an Formen, Farben und Spezialisierungen hervorgebracht. Die Familie der „Echten Barsche“ wird von knapp 200 Arten gebildet, welche in Europa, Asien und Nord Amerika verbreitet sind.
Der Flussbarsch ist nahezu über den gesamten Europäischen Kontinent als heimische Art verbreitet. Lediglich auf der Iberischen Halbinsel, Teilen Italiens sowie Griechenland fehlt der Flussbarsch auf den Inventarlisten der heimischen Fischarten. Hier ist der Flussbarsch aber aufgrund seiner Bedeutung im Bereich der Angelfischerei besetzt worden und bildet mittlerweile auch hier dichte Bestände aus. So beispielsweise in Spanien, wo die eigentlich gebietsfremde Art heute in vielen Gewässern vorkommt. Bekannt sind etwa die zunehmenden Bestände des Ebroflusses.

Vorkommen in Südtirol

In Südtirol kommt der Flussbarsch in erster Linie in den Seen der Talsohle vor. Die Überetscher Seen, der Vahrner und der Wolfgrubener See weisen allesamt gute Bestände dieser Fischart auf. Hinzu kommen Vorkommen in warmen Gräben, wie vor allem in den Kalterer Gräben. Schließlich finden wir Bestände im Haidersee sowie in mehreren Stauseen des Landes, von denen vor allem der Reschenstausee im Obervinschgau und der Walburger Stausee im Ultertal hervorzuheben sind.

Aussehen und Anatomie

Der Flussbarsch ist durch einen hochrückigen, gedrungenen Körper mit annähernd endständigem Maul, Kammschuppen, dunklen Querbinden und roten Flossen sowie durch eine mit Stachelstrahlen versehene vordere Rückenflosse gekennzeichnet.

Erkennbar sind die Barschartigen generell an der Ausbildung von sogenannten Kammschuppen, welche im Unterschied zu den Rundschuppen von Forellen- und Karpfenfischen mit kleinen Zähnchen bedeckt sind und dem Barsch die typisch rauhe Körperoberfläche verleihen. Zudem sind Teile der Flossen, so beispielsweise die erste der zweiteiligen Rückenflosse mit Hartstrahlen versehen, die zu regelrechten Stacheln ausgebildet sind. Aus anatomischer Sicht unterscheiden sich die Barschartigen gegenüber den stammesgeschichtlich älteren Fischgruppen unter Anderem durch den Bau ihrer Schwimmblase. Während bei anderen Fischgruppen zeitlebens eine Verbindung zwischen Darm und Schwimmblase bestehen bleibt, fehlt eine solche bei adulten Barschen. Die Versorgung der Schwimmblase mit Luft – wodurch ein perfektes Schweben im Wasser ermöglicht wird – erfolgt beim erwachsenen Fisch über den Blutkreislauf. Eine Konsequenz dieser anatomischen Besonderheit ist aber, dass Barsche im Unterschied etwa zu Salmoniden wesentlich mehr Zeit für die Anpassung an verschiedene Tiefenbereiche benötigen. Eine zu schnelle Verringerung des umgebenden Wasserdruckes so beim Drill eines Barsches aus größeren Wassertiefen kann ein Platzen der Schwimmblase und schließlich das Verrenden des Fisches zur Folge haben.

Lebensweise

Das Nahrungsspektrum des Flussbarsches reicht von Zooplanktonorganismen über bodenlebende Insekten- und Kleinkrebsorganismen bis zu Fischbrut. Mit zunehmendem Alter werden bevorzugt Kleinfische wie Lauben, Rotaugen und Rotfedern gejagt. Besonders ausgeprägt ist beim Flussbarsch der Hang zum Kannibalismus. Größere Exemplare stehen gern in kleinen Schulen gruppiert unweit von großen Kleinbarschschwärmen und ernähren sich von diesen. Auf diese Weise fungiert der Barsch als wichtiger Bestandsregulierer der eigenen Art. Der Barsch zeigt ein vergleichsweises langsames Wachstum. Durchschnittlich erreicht der Barsch erst mit einem Alter von 8 Jahren eine Größe von ca. 25 cm. Kapitale Fische erreichen eine Länge von 35 bis 40 selten bis zu 50 cm und Gewichte bis knapp 2 kg. In sehr seltenen Ausnahmefällen wurden Rekordwerte von bis zu 60 cm Länge und dann Gewichte bis über 3 kg dokumentiert. Diese kapitalen Exemplare zeigen ein Alter von über 20 Jahren. Mit zunehmendem Alter ändert sich auch das Sozialverhalten des Barsches. Während Jungbarsche in großen Schwärmen von vielen Hundert Individuen zusammengesetzt sind, leben große Raubbarsche in kleinen Gruppen von wenigen Individuen.

Flussbarsche erreichen durchschnittlich im Alter ab dem dritten Lebensjahr (Männchen) und ab dem dritten und vierten Lebensjahr (Weibchen) die Laichreife. In einer Zeitspanne zwischen März und Juni werden bei Wassertemperaturen von ca. 7 bis 8°C bis zu maximal 300.000 Eier in Form von Laichbändern an Wasserpflanzen, Steinen oder Totholz abgegeben. Nach einer Entwicklungszeit von wenigen Wochen schlüpfen die Barschlarven, welche zur Oberfläche wandern, um ihre Luftblase zu füllen. Die Brütlinge ernähren sich eine kurze Zeitspanne von den Fettreserven ihres Dottersackes und steigen bald auf wirbellose Lebewesen wie Kleinkrebse und Fliegenlarven um.

In Gewässern mit starken Beständen stellt der Flussbarsch neben Rotaugen und Rotfedern oft die individuenstärkste Fischarten dar und bildet eine wichtige Nahrungsgrundlage für größere Raubfische wie Hecht, Zander und eben auch Großbarsch. Bei zu großen Individuendichten und fehlendem Räuberdruck wie es oft in kleinen Weihern der Fall ist neigen Barsche ähnlich wie Rotfedern, Rotaugen, Brachsen und Schleien zur Verbuttung. Die adulten Fische zeigen dann ab einem bestimmten Alter kein weiteres Wachstum mehr und erreichen lediglich Körpergrößen von etwa 15 cm. In einem Gewässer mit ausgwogenem Fischbestand und entsprechend einem Bestand an größeren Raubfischen wie etwa Hecht und Zander bleibt die Dichte der Barschbestände aber unter jener kritischen Dichte, welche eine Stagnation des Wachstums bewirkt. Dann besteht für einige Individuen der Flussbarsch-Populationen auch die Möglichkeit ihr volles Wachstumspotential auszuschöpfen und zu Fischen jeneits der Kilogramm Marke heranzuwachsen, kapitale und schwer zu überlistende Fische deren Fang ein besonderes Erlebnis für jeden Angler darstellt.

Text: FishFirst

Portrait des gestreiften Räubers
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Flussbarsch auf Wobbler - die helle Körperzeichnung ist typisch für viele Bestände in Stauseen
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Flussbarsch auf Nymphe
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Kapitaler Flussbarsch jenseits der 40cm Marke
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Auch Stauseen beherbergen bisweilen guten Bestände des Flussbarsches
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Kleiner Montiggler See
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